| Berlin

Alexander Kulitz, MdB (FDP)/ FOTO: Christian Grosse

Alexander Kulitz, MdB referiert

Der 1981 in Tübingen geborene Alexander Kulitz gehört seit 2017 dem Deutschen Bundestag an. Der FDP-Politiker aus Ulm ist von Beruf Rechtsanwalt. In Berlin sprach der Bundestagsabgeordnete am 18. Juni auf Einladung von Christian Grosse, dem Landesvorsitzenden des „Liberalen Mittelstands“. Deutschlandweit hat der „Liberale Mittelstand“ rund 1.500 Mitglieder, eines davon ist Alexander Kulitz. Themengebiete des Abends waren TTIP (transatlantisches Handelsabkommen); die Strafzölle zwischen den USA und China und die Strafzölle zwischen den USA und der EU. Man ging auch der Frage nach, was all dies für den deutschen Mittelstand bedeutet und welche speziellen Auswirkungen diese Handelsverwerfungen haben werden. Kann der deutsche Mittelstand Vorsorgemaßnahmen treffen und wenn ja, welche? Sind neue Handelsallianzen die Konsequenz? Wer sind die Verlierer, wer sind die Gewinner? Die Themenpalette begeisterte zahlreiche Teilnehmer.

Christian Grosse konnte unter den Gästen auch Ihre Exzellenz, die Botschafterin Bulgariens, Frau Elena Radkova Shekerletova, sowie den russischen Diplomaten, Herrn Aleksandr Sominin, begrüßen. Er ist an der Botschaft seines Landes als Zweiter Sekretär in der Wirtschaftsabteilung des Handels- und Wirtschaftsbüros tätig. Alexander Kulitz betonte u. a., er stamme aus einem Unternehmerhaushalt und ist nun als freiberuflicher Rechtsanwalt tätig. „Die Anzahl der Bundestagsabgeordneten, die von Beruf Unternehmer sind, ist sehr überschaubar.“ Die überwiegende Mehrzahl der Volksvertreter stammt aus den Reihen des Öffentlichen Dienstes. „Da darf man doch einmal die Frage stellen, welches Menschenbild haben eigentlich die meisten Politiker von Unternehmern? Ehrlich gesagt, ich finde dieses Bild schade.“

Die Botschafterin von Bulgarien, Frau  Elena Radkova Shekerletova und Christian Grosse/ Foto: Volkert Neef

Fällt das „Wort Handelskrieg, denkt man sofort an den Konflikt China und USA. Dabei besteht auch ein Handelskrieg, man müsste besser Handelskonflikt sagen, zwischen Südkorea und Japan. Da spielt auch immer noch die Zeit des Zweiten Weltkriegs mit hinein und füllt eine große Rolle aus.“ Klartext redete der Parlamentarier bezüglich der hohen deutschen Exportüberschüsse. „Sollen wir uns für die Überschüsse entschuldigen? Sollten wir nicht lieber stolz darauf sein, dass unsere Produkte weltweit so stark nachgefragt werden?“ Er wies auch darauf hin, dass Deutschland sehr stark von Rohstoffen abhängig ist. „Abhängig von Rohstoffen, die wir selber nicht haben. Wir sind mit unseren rund 80 Millionen Einwohnern eine kleine Nation auf dieser Welt. Wir gehören aber weltweit zu den Top 5, was die Wirtschaftsleistung angeht. Streiten sich da zwei Elefanten und die heißen China und USA, sind wir Deutschen die kleine Maus auf dem Rasen.“

Ausdrücklich warnte Alexander Kulitz davor, für China oder die USA in diesem Handelsstreit Partei zu ergreifen. „Wir dürfen in diese Entweder-oder-Falle nicht hineintappen. Das können wir uns gar nicht leisten.“ Man müsse „ja auch einmal die Frage stellen, was wir so alles in Handelsverträge hineinpacken. Gehören da auch Menschenrechte, Nachhaltigkeit und viele andere Dinge überhaupt hinein?“ Sanktionen, so der Volksvertreter, „klingen gut, hören sich gut an. Ich kann aber nicht ein einziges Beispiel aufführen, wo Sanktionen zum gewünschten Erfolg geführt hätten.“ Als „aktuelle Beispiele führe ich Nordkorea und Russland auf.“ Eines hatten die an diesem Abend anwesenden Medienvertreter und Zuhörer sehr schnell mitbekommen: Hier sprach ein Vertreter der Klartext-Abteilung! (Text: Volkert Neef/Fotos: C. Grosse/V. Neef)

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